Mein Vital Coach - Spielend zur Traumfigur
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Mein Vital Coach - Spielend zur Traumfigur Review vom 12.08.2009
Ein Virus greift um sich, welcher vornehmlich Wohlstandsgesellschaften befällt - Amerika ist bereits seit längerem kontaminiert und auch in Deutschland gibt es immer mehr Infizierte, die unter dem hochgradig ansteckenden Parasiten leiden: Diätenwahn! Die Industrie hat schnell reagiert und auf Teufel komm raus Produkte auf den Markt geworfen, die stets mit dem gleichen Wort beginnen: „fettfrei“. So schlichen sich fettfreie Donuts, kalorienreduzierte Wurstsorten in die Regale unbedarfter Lebensmittelketten ein und -ein Namensparadoxon- wie etwa „Extra Light Dickmanns“ erstaunt die Gemüter. Ein Problem unserer Gesellschaft -Bewegungsarmut- wird nicht etwa mit sportlichen Aktivitäten kompensiert, sondern mit Light-Produkten, die den Kalorienhaushalt wieder ins Lot bringen sollen. Auch wenn wir vom amerikanischen Gewichtsstandard noch ein gutes Stück entfernt sind, scheinen die Zeichen für einen schwergewichtigen Trend zu sprechen: Kiddies stopfen sich in den Pausen mit Schokoriegeln voll und bekommen von Mama ein paar Euros für den Bäcker, wo neben einem triefenden Eclair auch gleich noch eine saftige Streuselschnecke das schwache Kinderherz lockt. Daheim hockt man sich dann für den Rest des Tages vor die Videospielkonsole und langt nebenbei ein paar Mal in die Chipstüte. Sicher ist die hier beschriebene Situation kein Regelfall, doch sie droht zu einem zu werden.
Gameloft reicht mit dem „Vital Coach“ allen die nach einem gesünderen Lifestyle streben eine helfende und vor allem motivierende Hand. Ob uns das iPhone-App vom Couch-Potato zum Fitness-Junkie konvertierte? Lasst euch überraschen...
Begebt ihr euch zum ersten Mal in die tieferen Gefilden von Mein Vital Coach, begrüßt euch ein witzig animiertes Strichmännchen mit einem kleinen Sack voll Fragen. Habt ihr euer aktuelles Gewicht sowie Größe und Geschlecht offenbart, kann es losgehen. Weiblichen Nutzern wird ein weibliches Strichmännchen zur Seite gestellt (erkennbar an der Haarschleife) - Männer müssen (dürfen?) mit der maskulinen Variante Vorlieb nehmen.
Nun werdet ihr Schritt für Schritt an das Programm und dessen mögliche Einsatzbereiche herangeführt. In der ausführlichen Einleitung wird auch der Schrittzähler (integriert im iPhone, via Neigungssensorik) sowie dessen Verwendung erläutert und ein tägliches Soll an Schritten festgelegt, welches ihr wenn möglich erreichen sollt. Der erste Schock kommt spätestens dann, wenn sich herausstellt, dass man es täglich auf gerade mal 4000 Schritte bringt - 2000 weniger als ein durchschnittlicher Amerikaner (laut Spiel)! Womit wir gleich beim nächsten Thema wären: Die Software ist sehr auf Amerika und die Gewohnheiten der dortigen Bevölkerung ausgelegt. Verschmerzbar, angesichts der Tatsache, dass die ernährungstechnischen Empfehlungen universell gültig sind.
Meilen- und Mühlensteine auf dem Weg zur Traumfigur
Im Wesentlichen teilt sich das Programm in zwei Bereiche: Den „Rucksack“ und die „Täglichen Sitzungen“. Unter Letzteren findet ihr eure jeweiligen Tagesziele wie das Erreichen einer bestimmten Anzahl an Schritten, dem Festhalten eurer sportlichen Aktivitäten und den eingenommenen Nahrungsmitteln sowie ein Minimum an Herausforderungen. Für jedes erreichte Ziel gibt es einen Kilometer-Bonus, den euer Avatar abwatschelt. Nach einigen Kilometern Fußmarsch erreicht ihr einen so genannten Meilenstein, wie etwa den Mount Everest oder den Olympischen Marathon. Als zusätzlichen Motivationsschub findet sich in eurem Fotoalbum dann ein Bild eures Avatars vor dem entsprechenden Meilenstein.
Ein weiteres Tagesziel ist die Balance von Bewegung und der aufgenommenen Nahrungsmenge. Gemessen an eurem Ideal-BMI erhaltet ihr eine tägliche Menge an verfügbaren Punkten. Am Tagesende folgt dann eine Abrechnung. Die über den Tag verspeisten Lebensmittel und deren zugehörige Nahrungspunkte erfasst ihr, indem ihr euren Coach mit den entsprechenden Dingen wie Brot, Obst oder ähnlichem füttert. Die Auswahl an Lebensmitteln ist recht umfangreich und wer wenig Zeit hat, kann alternativ auch vom „Quick Mode“ Gebrauch machen, bei dem man durch die Mahlzeiten geführt wird und jeweils zwischen einem leichten, mittleren oder schwergewichtigen Gericht, beziehungsweise einem komplett leeren Teller wählt. Für das Erfassen von Aktivitäten (ebenfalls im Quick-Mode möglich) erhaltet ihr zusätzliche Punkte, welche ihr wiederum in die Nahrungsaufnahme investieren dürft. Ähnlich wie bei Weight Watchers wird anhand des Punkte-Systems eine Balance zwischen Bewegung und Essen angestrebt, die euch das Abnehmen erleichtern soll.
Von den eingangs erwähnten täglichen Aufgaben lassen sich pro Tag maximal sechs in Angriff nehmen. Je nach Challenge handelt es sich hierbei um eine Ein-Minuten- oder eine 24-Stunden-Aufgabe. Erstere sind meist schnell erledigt: 10 Sit-Ups, die Zutatenliste einer Lebensmittelpackung in eurem Kühlschrank lesen oder schmutziges Geschirr abwaschen. Die ganztägigen Aufgaben sind meist etwas umfangreicher: Einkaufen mit einem Familienmitglied, Tuppa-Büchsen inventarisieren, ein Spaziergang nach dem Abendessen und so weiter. Die Art der verfügbaren Aufgaben wird bei der Auswertung von Beratungs-Sessions festgelegt. Insgesamt zehn dieser Coachings lassen sich wiederum durch das Erledigen von Aufgaben freischalten.
Beratungs-Sitzungen laufen stets ähnlich ab: Das Thema, beispielsweise „Kampf dem kleinen Hunger“, wird kurz von eurem Coach vorgestellt, worauf eine Serie von zehn Fragen folgt, in dem eure Angewohnheiten ausgelotet werden und ihr anschließend einem von drei Stereotypen zugeordnet werdet. Je nachdem mit welchem Profil ihr übereinstimmt, folgen nun ein paar Tipps um das aktuelle Verhalten noch weiter zu verbessern. Allerdings ähneln sich die Hinweise für die drei Typen - teilweise wurde hier einfach etwas umformuliert. Beim Durchgehen der Tipps wird auch gefragt, ob ihr eine Herausforderung auf deren Basis erhalten wollt oder nicht.
Ein weiteres Utensil in eurem Rucksack sind Spiele & Tipps. Während Letztere lediglich der Information dienen, kann man durch erfolgreiches Absolvieren der folgenden Minispiele neue Aufgaben freischalten. Zudem ist es möglich nach jeder überstandenen Spielrunde die beantworteten Fragen erneut durchzugehen, was insbesondere dann sinnvoll ist, wenn man ein paar Mal daneben gelegen hat.
Grafik:
Der Grafikstil ist ohne Frage gewöhnungsbedürftig, und ob dünne Strichmännchen nun die ideale Wahl für ein Fitness-Programm sind, sei dahingestellt. Eins muss man den Entwicklern jedoch lassen: Der Notizbuch-Stil wurde konsequent durchgezogen und wirkt in sich sehr stimmig. Die Strichmännchen passen hervorragend in das Schreibblock-artige Umfeld, ebenso wie die Figur- und Übergangsanimationen zwischen den einzelnen Menüs. Sowohl die Gesichtsausdrücke eures Coaches, als auch dessen Bewegungen sind sehr gelungen und verleihen dem Titel einiges an Dynamik.
Sound:
Die gute Nachricht zuerst: Die einzelnen Musikstücke sind wirklich gelungen und halten sich dezent im Hintergrund. Nach einiger Zeit verfielen wir allerdings beinah in eine Art entspannte Trance... Während dieser Zeit hätte uns unser Coach vom Pferd erzählen können und wir hätten leicht benebelt lächelnd auf „OK“ gedrückt. Was auch immer das Geheimnis hinter den akustischen Ergüssen sein mag - die Soundeffekte haben davon offenbar nicht viel abbekommen. Während Umblätter-Geräusche beim Menüwechsel durchaus passend sind, droht das Gequieke eures Coaches einen dauerhaften Tinnitus zu verursachen.
Fazit:
Potenziellen Käufern sollte eindeutig klar sein: Beim „Vital Coach“ handelt es sich nicht um ein Spiel, sondern um einen Lifestyle-Coach, der natürlich ein gewisses Maß an Eigeninitiative voraussetzt. Wer ein hoffnungsloses Faultier ist, den wird auch dieses Programm höchst wahrscheinlich nicht zum Fitness-Guru umpolen. Für willige Gesundheits-Jünger jedoch werden viele hilfreiche Tipps für einen gesunden Lebenswandel, interessante Beratungs-Sitzungen und unterhaltsame Minigames geboten. Allerdings ist neben Motivation auch ein gutes Maß an Ehrlichkeit erforderlich: Behauptet ihr, dass ihr gerade 30 Minuten gelaufen seid, so bleibt dem Coach nichts anderes übrig als euch zu glauben und entsprechend zu belohnen. Bei „Vital Coach“ handelt es sich summa summarum um eine interaktive Gesundheitsbroschüre, die deutlich unterhaltsamer als ein Buch daherkommt und willigen Kandidaten eine Möglichkeit gibt, ihre lang gefassten Vorsätze endlich einmal in die Tat umzusetzen.
Schüttelt gerissen grinsend ihr iPhone: Elisabeth Grunert [Liese] für PlanetiPhone.de
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WERTUNG:
76%
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Ein guter Fitnesscoach für unterwegs. Und preislich sehr viel lukrativer als Nintendos Variante.
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Zu diesem Spiel:
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Preischeck
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Tipps und Tricks |
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Komplettlösung |
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Videos
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Steuerung
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Verläuft ohne große Probleme.
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Features
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Die Meilenjagd, Herausforderungen, Quiz-Spiele und Beratungssitzungen sind durchweg unterhaltsam und lehrreich.
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Grafik
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Statt mit opulenter Grafik zu protzen, kommt die Optik funktionell und in einem charmanten Notizbuch-Look daher.
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Sound
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Sehr nett und unaufdringlich anzuhören, vom Piepsen eures Avatars mal abgesehen.
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Spielspaß
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Jeden Tag gibt es etwas anderes zu tun.
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Details
Spielname:
Mein Vital Coach - Spielend zur Traumfigur
Publisher:
Ubisoft
Genre:
Lifestyle
Release:
erschienen
Preis:
3.99 Euro
Dateigroesse:
70,5
Getestete Version:
1.0
Verfügbare Sprachen:
Deutsch/Englisch/Französisch
Voraussetzungen:
OS 2.0 oder besser
Screenshots:
 ScreenViewer öffnen (4)
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