Brothers in Arms - Hour of Heroes
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Brothers in Arms - Hour of Heroes Review vom 09.12.2008
Brüder dieser Welt, vereinigt euch!
Schon immer einmal Lust gehabt, einem Skeptiker zu zeigen, was das iPhone so alles drauf hat? „Brothers in Arms“ setzt eine neue Messlatte in Show, Action und Sound, die zu Überspringen wohl nur die “großen” Entwicklungsstudios schaffen werden. Was Gameloft hier aus unserem kleinen Apple-Anfass-Gerät herausholt, sucht seinesgleichen.
Wie schon Asphalt hat auch „Brothers in Arms“ seinen Ursprung auf der Basis eines Handyspiels auf einer anderen Plattform. Sogar für den Nintendo DS gibt es eine, recht erfolgreiche, Fassung, die jedoch knapp 40 Euro kostet. Da merkt man mal, wie stark die Klingelton-Quälgeister inzwischen geworden sind - oder aber, wie gut Gameloft seine 3D-Engine im Griff hat, die man seit den N-Gage-Zeiten kontinuierlich verbessert. Wer jemals das geniale „Ghost Recon“ auf Nokias gefloptem Handheld gespielt hat, der wird sofort bekannte Strukturen erkennen.
„Brothers in Arms“ ist Ubisofts „Call of Duty“, ihr „Medal of Honor“: Ein klassischer 2. Weltkriegs-Shooter, der wie üblich einem Soldaten folgt, welcher sich seinen Weg durch die feindlichen Nazi-Reihen ballert. Anstatt einen First Person-Shooter zu bauen, hat man einen anderen Ansatz gewählt. Der Spieler sieht seinem Soldaten die meiste Zeit über die Schulter, während die komplette Sicht-Steuerung über den Touchscreen läuft. Drei verschiedene Steuermöglichkeiten + der Einsatz der Neigungssensoren sollen für den richtigen “Grip” sorgen.
So schießt und ballert man sich seinen Weg durch verschiedene Level mit mehreren Untermissionen, wechselt das Ambiente wie andere ihre Unterhosen und bekommt mit Schnee und Wüste so ziemlich jede Witterung bzw. Umgebung geboten. Ab und zu darf man außerdem in Fahrzeuge einsteigen. Als Panzerfahrer kann man dann Barrikaden und teilweise sogar ganze Häuser durchbrechen, am Steuer des Jeeps kümmert sich der Kollege um die Baller-Action.
Apropos Action: Die kommt in „Brothers in Arms“ wirklich nicht zu kurz. An jedem Wegpunkt innerhalb der Level warten ganze Nazi-Divisionen auf einen, die es mit mehr oder weniger gezielten Schüssen (sogar Kopfschüsse sind möglich) aus dem Weg zu räumen gilt. Beeindruckend ist auch der Sound, der einem Sprüche der eigenen Leute auf Englisch und der Gegner in makellosem Deutsch um die Ohren jagt. Vorbei die Zeiten, in denen man sich über eine lächerliche deutsche Synchronisation von Nazi-Schergen lustig machen konnte („MEIN LEBEN!“). Den moralischen Zeigefinger muss man an dieser Stelle dann doch kurz zücken, vor allem, wenn Sprüche wie „Tötet sie alle!“ von den Mitstreitern kommen. „Brothers in Arms“ ist kein Spiel für Kinder, das ist sicher.
Gameplay
Ziel eines jeden Levels ist es, bestimmten Wegpunkten zu folgen und in jedem Level zahlreiche Untermissionen zu erledigen. Diese reichen vom Verteidigen der Basis bis hin zu Sprengstoffanschlägen und Scharfschützen-Aufträgen. Das Gameplay ist sehr linear und auch die künstliche Intelligenz der Gegner lässt zu wünschen übrig. Wie Kanonenfutter laufen sie in Reichweite, um euer Blei zu schlucken. Weicht man einmal von den vorgegebenen Routen ab, kann man sie von hinten überraschen, wie sie bewegungslos auf den Spieler warten, der aber clever genug war, einen Umweg zu machen.
Hektik kommt auf, wenn die Missionsziele etwas ungenauer werden. Wenn man einen gegnerischen Panzer vernichten muss und knapp darauf der Befehl eintrudelt, doch bloß den eigenen Panzer nicht von feindlichen Soldaten in die Luft sprengen zu lassen, hat man öfters das „Game Over“ vor Augen, als einem lieb ist. Das gleiche gilt, wenn man gerade dabei war, ein paar Gegner mit dem Sniper-Gewehr vom Baum zu holen. Denn im Zoom-Modus werden keine Befehle angezeigt und das Spielende folgt nicht nur auf den eigenen Tod, sondern auch bei Gehorsamsverweigerung.
Gestorben wird oft in „Brothers in Arms“, und das, obwohl die Health-Anzeige nicht wirklich ernst zu nehmen ist. Nach kurzer Zeit in Deckung regeneriert sie sich - Wolverine lässt grüßen. Einzig in den Fahrzeugen muss man darauf achten, nicht zu viele Treffer über längere Zeit einzustecken.
Hat es einen dann doch erwischt, kann man nach kurzer Ladezeit an einem der großzügig verteilten Checkpoints wieder anfangen.
Steuerungstechnisch hat man versucht, das beste aus dem Touchscreen zu machen. Die drei Möglichkeiten, seinen Soldaten zu Felde zu führen, sind klug durchdacht. Gerade Möglichkeit 2 simuliert recht gut zwei Analog-Sticks, für das Schießen muss man trotzdem stets stehen bleiben.
Die Fahrzeuge, allen voran der Jeep, sind da doch etwas schwerfälliger. Hier kommt es öfters vor, dass man den Rückwärtsgang einlegen muss.
Auch mit dem Sniper-Gewehr hat man so seine Schwierigkeiten. Zoomen lässt sich dank Multitouch einfach mit dem berühmten “Pinch”, doch dann wird das Anvisieren zur Qual. Gerade in den schon erwähnten “eiligeren” Missionen keine Hilfe.
Die Bewegungssensoren kann man bei Bedarf zur Steuerung hinzuschalten, fest aktiviert sind sie aber für das Nachladen (ein einfacher Schwenk) sowie für das Werfen von Granaten. Statt aber wie z.B. beim Fußball-Spiel aus gleichem Entwicklerhaus das iPhone durch die Gegend zu pfeffern, muss man per Tilt-Sensor einfach nur ein Zielkreuz bewegen. Das Ganze ist recht eingängig und gut gemacht.
Grafik
Höchst beeindruckend, was Gameloft hier aus dem iPhone herausquetscht. Mit vielen Details, einer recht ordentlichen Weitsicht und meistens flüssiger Framerate ist „Brothers in Arms“ einer der optischen Highlights im App-Store. Warum die Grafik im Intro-Video aber Szenen aus hochauflösenden Versionen zeigt, wissen allein die Entwickler. Sowas wollen wir auch!
In hektischen Situationen kann man die Lags der Grafik hin und wieder mal verfluchen, trotzdem kommt man meistens mit ihr zurecht. Das spricht für das Gameplay, das zwar hektische 2. Weltkriegs-Atmosphäre aufkommen lässt, aber trotzdem immer fair bleibt und einem genug Platz für die Deckung bietet.
Manchmal auch etwas zu viel Platz, denn dank Clipping-Fehlern hängt man ab und an in Mauern fest und muss den letzten Checkpoint laden. Das passiert aber unterm Strich recht selten.
Die positiven Aspekte von „Brothers in Arms“ überwiegen hier. Wer ein grandios aussehendes Spiel erwartet, bekommt auch genau das geboten. Die schwachen Animationen kann man dabei vernachlässigen.
Sound
Auf der technischen Seite ist „Brothers in Arms“ ein richtig pralles Stück. Auch beim Sound kann das Ballerspektakel überzeugen. Keine Dudelmucke, sondern Dramatik, 2. Weltkrieg-Action pur.
Beeindruckend ist auch die Masse an Sprache, die Gameloft in die 80 MB gesteckt hat. In so gut wie jedem Moment werden Befehle rumgebrüllt oder verzweifeln die Nazis an ihren Zielen. Das gibt dem ganzen Spiel eine gelungene Atmosphäre, die nur mit Kopfhörern noch übertroffen wird. Schade jedoch, dass Zwischensequenzen und Anweisungen nicht synchronisiert sind.
Features
Einen großen Pferdefuß hat das Spiel: Es ist nicht besonders umfangreich. Innerhalb von fünf bis sechs Stunden kann man alles gesehen haben. Wer dann noch nicht genug hat, kann den höheren Schwierigkeitsgrad knacken, einen Multiplayer gibt es nicht.
Fazit:
Packend, grafisch ansprechend und voll von Emotionen: „Brothers in Arms“ legt die Messlatte für Weltkriegs-Spektakel auf iPhone und iPod touch hoch. Wer einmal richtig angeben will, der kann bedenkenlos zuschlagen - wenn er über Gameplay-Mängel und die kurze Spielzeit hinwegsehen kann. Es ist ein Spiel, das man in manchen Situationen lieben, in anderen dagegen wieder hassen kann: Warum ist diese Mission eben schon wieder gescheitert, was habe ich falsch gemacht, wieso ist das Spiel schon wieder abgeschmiert, etc…
Trotz dieser Probleme macht „Brothers in Arms“ einen Heidenspaß und sollte von älteren Spielern zumindest einmal angezockt werden. Für 7,99 bekommt man die komplette Nintendo DS-Umsetzung, die im Laden immerhin knapp 40 Euro kostet. Hut ab!
Christian Nork für PlanetiPhone.de
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WERTUNG:
72%
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Der Weltkrieg für die Hosentasche - das geht aber noch besser!
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Zu diesem Spiel:
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Preischeck
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Tipps und Tricks |
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Komplettlösung |
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Videos
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Steuerung
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Drei Einstellungen und doch etwas ungenau
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Features
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Eher mager
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Grafik
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Hübsch, aber manchmal stark ruckelnd
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Sound
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Sprachausgabe und guter Soundtrack
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Spielspaß
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Viel Spiel fürs Geld, aber Gameplaymängel
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Details
Spielname:
Brothers in Arms - Hour of Heroes
Publisher:
Gameloft S.A.
Genre:
Spiele - Abenteuer
Release:
erschienen
Preis:
7.99 Euro
Dateigroesse:
81,6 MB
Getestete Version:
1.0.3
Verfügbare Sprachen:
Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Spanisch
Voraussetzungen:
iPod touch / iPhone mit 2.1 Firmware Update
Screenshots:
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