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Giana Sisters


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Giana Sisters Review vom 16.02.2010

Kult ist ein Begriff, der jede Menge mit sich bringt. Um einen Kultstatus zu erreichen, muss ein Objekt oder eine Person nicht zwingend für seine kulturellen Leistungen gelobt werden, aber von seinen Fans verehrt und nahezu vergöttert werden. Nicht weiter verwunderlich ist, dass „Kult“ in der Videospielbrache demnach meist in den 80er Jahren geprägt wurde, als das Videospiel noch in den Kinderschuhen steckte. Ähnlich wie düstere Rocklegenden, gibt es auch unter den Videogames Vertreter, die ein Grauzonendasein pflegten und dennoch ihre Anhänger bekamen. Bestes Beispiel ist ein kleines Spiel, dass von Time Warp Productions entwickelt wurde. Es hatte sich ganz offensichtlich niemand darum geschert, dass es sich dabei um ein augenscheinliches Plagiat handelte…


Eine Schwester gehört stets neben den Bruder
Der Name spricht Bände: „The Great Giana Sisters“. Sogar Neulingen im Sektor dürften die Parallelen zum vier Jahre zuvor erhältlichen „Super Mario Brothers“ schon selbst in der Namensgebung auffallen. Geistiger Diebstahl hörte aber nicht beim Namen auf, sondern fuhr auch in den Spielinhalten fort. Giana Sisters ist und bleibt die inoffizielle Alternative zum klassischen Super Mario-Titel und man hat dies ganz einfach bewerkstelligt. Anstelle eines pummligen Klempners mit roter Mütze und Schnauzer setzte man eine adrette weibliche Protagonistin ins Spielgeschehen. Diese durfte durch eine Bunte Welt voller Gumbas …ähhm Verzeihung „Eulen-ähnlicher“-Kreaturen hüpfen, Blöcke zerstören, Bonbons lutschen (um Feuerbälle zu schießen), unterirdisch durch Gänge wandern und Ausgänge suchen.


Armin, mir fällt nichts ein. Sag mal: „Zählt gut kopiert auch zu kreativ?“
Unweigerlich gingen diese Tatsachen mit einem Rechtstreit mit Nintendo einher und der japanische Großkonzern gewann ohne große Probleme. Selbst dem Richter sind die offensichtlichen Parallelen aufgefallen und Nintendo erwirkte, dass das Spiel aus dem Verkehr gezogen wurde. Doch genau dann begann der Aufstieg der Giana Sisters. Mit dem Verbot gewann das Spiel zunehmend an Sammlerwert und wurde unter den Gamern teuer gehandelt. Dies sorgte dafür, dass das Spiel sich auch auf illegalen Wegen weiter verbreitete und viele Anhänger gefunden hat. Giana Sisters wurde zum Hype und als die Entwickler einen Nachfolger produzierten, wurde auch die Distribution dieses Titels von Nintendo verboten, obgleich das Spiel nicht annähernd mit Super Mario Bros. vergleichbar war. In Deutschland veränderte man daraufhin die Sprites, den Namen und es erschien als weniger erfolgreiches Spiel „Hard ‚n‘ Heavy“. Doch Ur-Vater Armin Gessert gab nicht auf und veröffentlichte später Giana Sisters als Handyspiel, bis man eines Tages sich durchgerungen und mit Nintendo eine Einigung gefunden hat Giana Sisters in einer Neuauflage auf dem Nintendo DS zu veröffentlichen. Dort hörte man jedoch nicht auf und Bad Monkee sorgte dafür, dass die Schwestern Giana nun auch auf dem iPhone und iPod touch ihr Unwesen treiben dürfen? Besser oder schlechter als die DS-Fassung?

Rosa ist das neue Bernstein!
Dieses Stück Videospielgeschichte befindet sich nun im Speicher des iPhones und Armin Gessert war zusammen mit seinem Team tonangebend bei der Weiterentwicklung der Serie. Was hat sich getan, immer noch ein Klon mit Kultcharakter oder doch nur ein müder Abklatsch?


Zunächst muss gesagt werden, dass das Spiel eine Wandlung mitgemacht hat. Als es erstmals 1987 auf den Markt kam war die Zielgruppe klar. Mario Fans, die das Jump 'n' Run-Feeling mochten, auf Spiele mit hohem Schwierigkeitsgrad stehen und vor Herausforderungen nicht zurückschrecken: Der typische Core-Gamer. 2009 sieht die Geschichte etwas anders aus, denn mit einem nahezu Gleichgewicht in Sachen Männern und Frauen, die einen Nintendo DS besitzen, kann das Schwestern-Thema andersartig aufgegriffen werden. Während man auf dem C64 sich mit Bernsteinfarben anfreundet, bekommt man nun ein kunterbuntes Farbspektrum mit einer fröhlich dreinschauenden Blondine in der Hauptrolle.


Altbewährtes Prinzip mit einem Hauch des Casual-Gamings.
Das Prinzip an sich blieb gleich. Die junge Giana wird nachts in die Traumwelt gezogen und muss nun einen Ausweg finden. Bis sie wieder ins heimische Bett zurückkehrt, gilt es zahlreiche Diamanten einzusammeln und Level zu bewältigen. Via Punk-Upgrade kann Giana ihre Gegner mit Feuerbällen beschießen. Ja, ihr lest richtig, das Mädel verwandelt sich in einen kleinen rebellischen Punk - mit trendy Totenkopf auf dem Röckchen. Alles erinnert an das typische Schema-F des Mario-Drehbuchs. Sammle 100 Münzen - in diesem Fall Diamanten - um ein Extraleben zu ergattern. Die Zeit läuft gegen dich und in Blöcken findet man die Powerblume, ähm entschuldigt, das Punk-Upgrade mit gleichem Effekt. Insgesamt warten 80 Level darauf absolviert zu werden - und das in zahlreichen Welten. In jeder Welt gibt es 9 Level mit roten Diamanten, erst wenn man alle Diamanten entdeckt, kann man das versteckte Bonuslevel der Welt freischalten. Ansonsten bekommt man die reinen Basics eines Jump 'n' Runs geboten. Es hat sich nicht viel geändert und so bleibt das Spielkonzept auf dem Stand der 80er Jahre hängen.


Zwar haben die Entwickler versucht ein paar neue Elemente einzubauen, wie die Kaugummiblase, die man nutzen kann, um durch ein Level zu schweben oder die Cola-Flasche mit der es möglich ist Steine zu zerlegen, doch insgesamt betrachtet bleibt man der traditionellen Schiene treu und macht keine großen Experimente.


Was die Spieldauer anbelangt, wird der geübte Spieler nach gut zwei ausgedehnten Nachmittagen das Spiel bewältigt haben. Das Retrofeeling mit richtig schweren Sprungpassagen kommt erst in den letzten Leveln zur Geltung und bis dahin ist das Spiel ein Spaziergang durch den Park. Selbst der Dinosaurier-Endboss, der stark an Erzbösewicht Bowser erinnert, ist keine wirkliche Herausforderung und man merkt, dass die Entwickler sich eindeutig an ein jüngeres weiblicheres Publikum gerichtet haben.

Steuerung:
Steuerkreuz und zwei Tasten, mehr braucht man nicht, um die Grundelemente von Giana Sisters zu handhaben. Und diese hat man auch problemlos auf dem iPhone portieren können. Erst in den späteren Missionen kommen zusätzliche Fähigkeiten wie das Fliegen in einer überdimensionalen Kaugummiblase und das Herumsprühen von Cola, um Steine zu zerschmettern. Um diese Funktionen auszuwählen bedarf es einer Berührung des Touchscreens. Innovativ ist etwas anderes aber dafür hat man es geschafft eine sehr gute Steuerung auf iPhone umzusetzen, die nur ein wenig hinter den echten D-Pad-Tasten hinterher hinkt. Wer geübt ist, wird auch seinen pixelgenauen Sprünge absolvieren können.


Grafik:
Optisch kommt Giana Sisters auf dem iPhone sehr bunt daher. Hübsch animierte Hintergründe sorgen für einen gelungenen Gesamteindruck und im Gegensatz zur DS-Fassung hat man die höhere Auflösung des Äpfelchens genutzt, um dem Spiel einen neuen Feinschliff zu verpassen. Auch hier eine Verbesserung im Vergleich zur DS-Fassung. Gianas Traumwelt ist schön animiert und sehr kindgerecht dargestellt, dazu kommt der Wiedererkennungswert für Alteingesessene Veteranen der 80er Jahre. Quasi ein Spiel an dem Papi und Töchterchen gemeinsam Gefallen finden können.


Sound:
Chris Hüslbeck sei Dank können wir die Ohrwurmelemente des Kultspiels auch auf dem Nintendo DS anhören. Der Mix aus Synthesizer und Midi-Beats war für die damalige Zeit bahnbrechend. Die Melodien sind zudem äußerst einprägsam. Inspiriert vom Großmeister selbst hat man die Originalklänge als Basis genommen und ein wenig modernisiert. Eine gelungene Mischung für Fans.


Features:
In diesem Sektor sieht es besser aus als auf dem Nintendo DS. Es gibt zwar noch immer keinen Mehrspielermodus und so kann man nur mir Giana durch die Traumwelt hüpfen. Neben den 80 Levels gibt es noch einige Open Feint Herausforderungen, die man bewältigen kann, um sich als wahrer Meister des Spiels zu entpuppen.


Auf dem iPhone winkt noch ein besonderes Sahnehäubchen für den Retro-Zockern, denn wer es schafft alle roten Diamanten im Spiel zu finden, wird mit den 32 Leveln des Originals beglückt. Frei Haus mit grafischer Politur.

Fazit:
Giana Sisters DS ist ein kindgerechtes Spiel, das den Reiz des Klassikers zwar nicht verloren hat, aber Einbußen am Schwierigkeitsgrad erfahren durfte. Man merkt, dass die Entwickler dieses Mal ein deutlich jüngeres und weibliches Pulbikum ins Visier nehmen und manch alteingesessener Fan des Spiels mag sich fragen: „Wo ist der Biss des Klassikers hin?“. Dieser versteckt sich in den Retro-Leveln, die man auf dem iPhone freispielen kann. An sich ist Giana Sisters DS ein klassisches Jump 'n' Run, was auf der Zeit der 80er Jahre stehengeblieben ist und sich genau an eine solche Zielgruppe richtet. Nämlich Gamer, die gerne ein Einsteigerspiel in die bunte Welt des Hüpfen und Springens suchen und Mario vergeblich auf dem iPhone suchen. Im Vergleich zur DS-Fassung des Spiels hat man aber erhebliche Verbesserungen eingebracht, wie ein Herausforderungssystem via Open Feint, zusätzliche Retro-Level und eine aufpolierte Optik. Dieser Retro-Port ist genau das was viele Fans erwarten: Kaufenswert!

Summt noch immer die Titelmelodie mit: Kevin Jensen für PlanetiPhone.de

WERTUNG:
85%
Grundsolides Jump 'n' Run auf dem Stand der 80er und eine Referenz auf dem iPhone. Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Komplettlösung
Videos
  Steuerung Ein Jumper auf dem iPhone und das Präzise und originalgetreu.
  Features Open Feint, Retro-Levels und Freischalbares sorgen für Inhalt.
  Grafik Polierte Schwestern-Power fürs iPhone.
  Sound Ohrwurmgefahr à la Chris Hülsbeck.
  Spielspaß Hüpfen und Springen wie in den 80ern.







Details
Spielname:
Giana Sisters

Publisher:
Bad Monkee

Genre:
Spiele - Jump 'n Run

Release:
erschienen

Preis:
3.99 Euro

Dateigroesse:
41

Getestete Version:
1.0.1

Verfügbare Sprachen:
English

Voraussetzungen:
OS 2.2.1. oder besser

Screenshots:

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