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Was von Leipzig übrig blieb: Ein Rundgang auf der GC Online

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Autor: Jakob Nützler

Kategorie: Events
Umfang: 1 Seiten

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iPhone Artikel vom 01.08.2009



Von einem Krisengebiet ins nächste
Heute Mittag saß ich noch in der Technischen Universität Chemnitz und ärgerte mich mit Datenbanken zur Literaturrecherche herum. Nur wenige Stunden später stehe ich vor der vertrauten, riesigen Eingangshalle der Messe Leipzig. Dieser Ausblick ist mir doch gleich viel lieber als die quälenden Prüfungsaufgaben, die mich noch vom Sommer trennten! „Games Convention Online“, so heißt die neue Plattform für Mobile-, Client- und Internet-Spiele. Eine heile Welt in Grün? Immerhin ist das Wetter wunderschön sanft. Die Frontseite des Messeeingangs wird von einer sich im Wind wiegenden Rose geschmückt. Das Wasser steht still in dem großen Becken - Die Ruhe vor dem Sturm?! Kaum zu glauben, dass vor einigen Monaten hier „Krieg“ herrschte.



Vergleich mit dem Banner, letztes Jahr zur GC - Wer findet alle Unterschiede?


Der Kampf um den Austragungsort der erfolgreichen Games Convention, die seit 2002 in Sachsens Messestadt veranstaltet wurde, ging mit einer bitteren Niederlage für Leipzig zu Ende. Köln trat als Sieger hervor und stellt sich in weniger als einem Monat der Aufgabe, sich als Spielemessen-Neuling zu beweisen. Leipzig gab trotzdem nicht auf, auch wenn die Branchenspaltung unausweichlich schien. Oberbürgermeister Burkhard Jung, zahlreiche Fachbesucher und das Personal der Messe Leipzig sprachen weiterhin von der Marke „Games Convention“. Doch der Plan von zwei gleichwertigen Spielemessen in Deutschland wurde schnell wieder aufgelöst. „Was übrig blieb“, oder aus welcher Perspektive die neue GCO betrachtet werden sollte, habe ich in diesem Artikel festgehalten.


So ähnlich und doch völlig anders
Am Besucherparkplatz warf man mich hinaus. Den Fußweg zur Messe trat ich also todesmutig alleine an. Ich kam an einem weitläufig abgezäunten Platz vorbei, auf dem in typisch deutscher Ordnung gut dreißig Zelte aufgestellt waren. Wahrscheinlich sollte es sich auch niemand wagen, heimlich auszubrechen! Man munkelt, es handele es sich um die Schlafplätze für irgendwelche Online-Meisterschaften, auf die ich später immer wieder mit Werbeplakaten hingewiesen wurde. Auch der GC Beach, an dem Shows und Entspannung gleichermaßen geboten wurden, war von außen zu beobachten. Das hatte schon viel von dem Party-Flair der Games Convention 2008!

Bei der Akkreditierung erkannte ich sogar die Empfangsdamen aus den Vorjahren wieder. „Endlich Zuhause!“ dachte ich und freute mich auf eine brodelnde Goodie-Jagd- und Technik-Fummel-Stimmung in den Hallen. An der Garderobe hingen außer meinem Gepäck aber scheinbar nur ein paar vereinzelte Jacken. Okay, ich kam zu einer eher ungünstigen und nicht aussagekräftigen Uhrzeit an. Um kurz vor 17.00 Uhr bestellte ich im hellen Eingangsbereich eine Apfelschorle und fühlte mich mit den Worten „Schönen Abend noch!“ ein bisschen unter Druck gesetzt... Den gesamten Rundgang in knapp drei Stunden erledigen, Fotos schießen und iPhone-Neulinge antesten!? Zu diesem Zeitpunkt wusste ich auch nicht, dass die zwei belegten Hallen wesentlich schneller abzuklappern waren.



Bezeichnend für die Messe, dass ich Fressbuden fotografieren muss? - Nein, ich liebe einfach das Essen!



Was ist das, keine Warp-Röhre ins Hallen-Level 3?



Viel Platz zum Stuhltanz spielen.


Der erste Eindruck: Ein recht alternatives und spezielles Publikum kam mir durch die luftigen Verbindungsgänge entgegen, als ich erwartungsvoll die „Fantasy World“ enterte. Während auf der GC zahlreiche Mädels und Frauen die Geschlechterverteilung (gerade im Nintendo-Sektor) in der Waage hielten, konnte ich diesmal vor allem daddelnde Jungs mit viereckigen Augen beobachten. Offensichtlich waren darunter Spielvereinigungen, die endlich im Real Life ihre wahren Persönlichkeiten enthüllen wollten. Überraschend viele ältere und teils außergewöhnlich angezogene Menschen wanderten über die Messe - ein vermeintlich scheues Publikumspaket also. Selbst die verbliebenen "Messebabes" schienen an diesem Freitag Abend wie vom Erdboden verschluckt. Insgesamt war unwahrscheinlich viel Platz zum Treten, zum Sitzen, zum Anspielen irgendwelcher Browser-Games. Es war... erstaunlich leer. Gut, es war Freitag Nachmittag, der Ansturm kam vermutlich erst Samstag. Die Cosplay-Meisterschaft lief ebenfalls noch nicht an, und von vielen anderen Veranstaltungen bekommt man in so kurzer Zeit ja nicht mit.



Was uns da wohl erwartet? Orks und Elfen?



Hey Jungs! Hey..! Hallo???



Ein Auto und ein Messebabe, ich fass' es nicht! Gleich notieren.


Viele für klassische Gamer unbekannte Firmennamen schienen mich in manchem Lichterstrudel anzublinzeln: Mit „greentube“ oder „Roccat“ aus Österreich und Hamburg konnte ich nichts anfangen, für die Agentur für Arbeit blieb gerade auch keine Zeit. City Comics aus Leipzig verkauften Sammelspielkarten und Videospiele (Es gibt sie also doch noch!), ansonsten fühlte ich mich zu keinem ernst gemeinten Messestand wirklich hingezogen...

Die größte Enttäuschung: In keiner Ecke der zwei belegten Hallen befand sich zumindest ein iPhone mitsamt (neuem?) Spiel, das ich hätte ausprobieren und in einer naiven Abhandlung mit meinen Touchscreen-Kenntnissen auf DS und Navigationsgerät hätte vergleichen können. Pusteblumen-Convention! Ein Stand mit Samsung Mobile-Phones war das einzige tatsächlich auffällige Angebot an Handy-Spielen - selbst hier jedoch konnten mir zwei Angestellte des Standpersonals, die ich beinahe als neue fürsorgliche Großeltern adoptiert hätte, nichts genaueres über eventuell Anzuspielendes verraten. Die Quintessenz ist, dass ich mich für ein paar Augenblicke an einem Online-Rollenspiel versuchte und mich ansonsten mehr mit meiner Kamera, als mit irgendeinem Videospiel beschäftigte.



DS-Spiele!!! *sabber*



Das Business Center der GC Online - schick eingerichtet, erinnert ein wenig an japanische Yakuza-Bars.



Die gleiche Marke Sitzsäcke auch für die GCO - da ist jemand treu geblieben!


In der Event-Halle, die anscheinend bis um 1.00 Uhr nachts geöffnet hatte und in der unterschiedliche Musik-Acts auftraten, war es (endlich?) mal wieder laut. Eine Cheerleading-Gruppe der Leipziger Lions zog viele Blicke auf sich, während von anderen Kleinbühnen T-Shirts in das mäßig lärmende Publikum geworfen wurden. Apropos T-Shirts: Am Verkaufsstand der offiziellen GCO-Shirts machte ich Halt und erfuhr von den Verkaufsdamen, dass der Freitag Vormittag doch wesentlich mehr Besucher angelockt hatte. Nach knappen 90 Minuten war ich mit meinem kleinen Rundgang am Ende. Schlussendlich ist die Frage der GCO-Bewertung auch eine Frage der Perspektive. Denn heute las ich die recht beeindruckende Zahl von bereits 28.000 Besuchern.



Nintendo & Sega beim Kuscheln.




Ich mag die nicht, die haben mir mal son sinnloses Abo aufgeschwatzt! Treiben sich aber auch überall rum...




Eine der Fun-Attraktionen, die es auch schon letztes Jahr gab.


Schlussfolgerung:
Ein schmackhafter Vanille-Donut beendete diesen Tag, dem ich abschließend mit einem gemischten Urteil gegenüberstehe. Einerseits strahlt uns Leipzig auch jetzt noch mit einem tollen Messegelände und freundlichem Stamm-Personal an und macht daher eine ganze Menge der Atmosphäre aus, ja... Andererseits hat sich die erste Games Convention Online lediglich als sehr spezifizierte Veranstaltung erwiesen. E-Sportler, Poster-Sammler oder Clan-Mitglied? Dann lohnt ein Ausflug in die heiligen Messehallen. Alle anderen traditionellen Gamer, gerade diejenigen aus dem Osten und Norden, müssen wohl oder übel die Rucksäcke packen und ein Ticket nach Köln erwerben. Die beiden Messen lassen sich nicht vergleichen.

Wie entwickelt sich nun aber Leipzigs neuer Sprössling? Das bleibt abzuwarten - aber ganz sicher ist noch Luft nach oben. Und wenn nicht auf der GCO 2010, dann besuchen wir Leipzig eben zur Buchmesse erneut. Oder zum Tierärztekongress , irgendwas fällt uns schon ein!


Würde noch immer auf der Messe umherirren, wenn die nette Hostess ihm nicht den Ausgang gezeigt hätte: Jakob Nützler [Miroque] für das PortableGaming-Netzwerk



Auch nächstes Jahr wieder!
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